Ein Fauxpas in der Business-Kommunikation

faux pas
13. Juli 2017 / Tetras Translations

In unserer jahrelangen Tätigkeit in der Übersetzungsbranche haben wir ständig Kontakt mit Kunden aus dem Ausland. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf einen Fauxpas, der manchmal innerhalb einer einzigen Sekunde entstehen und Ihnen oder dem Namen Ihrer Firma noch viele Jahre anhängen kann.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor der entscheidenden Verhandlung mit einem potenziellen Geschäftspartner. Sie bereiten sich gründlich vor, sammeln Unterlagen, erstellen eine kreative Präsentation, achten auf ein günstiges Gesamtbild, prüfen, was Sie über den betreffenden Partner herausfinden können und glauben, dass alles reibungslos laufen wird. Plötzlich geht die Tür auf und herein tritt ihr potenzieller AUSLÄNDISCHER Geschäftspartner aus Saudi-Arabien. Mit einem Lächeln im Gesicht wird er von der Managerin in einem unangemessen kurzen Rock mit einem Geschenk in Form eines 45-prozentigen Edelwhiskeys begrüßt.

Denken Sie immer noch, dass es reicht, sich auf eine Geschäftsverhandlung nur inhaltlich vorzubereiten und dass man kulturelle Unterschiede links liegen lassen kann? Eben nicht. Wir müssen immer global denken. Zu solchen Verhandlungen sollte besser keine gewagt gekleidete Frau ein Geschenk überreichen, das die kulturellen Bräuche des Gastes missachtet. So wie jedes Land andere Gesetze hat, so hat es auch einen anderen Business-Codex. Ein Fauxpas kann vermieden werden, wenn wir uns intensiv mit den Regeln für das richtige Verhandeln und Auftreten beschäftigen. Anderenfalls wirken wir unseriös und respektlos gegenüber unserem Geschäftspartner. Die ersten Sekunden der Kommunikation sind immer entscheidend. Genau in diesem Moment legen wir den Grundakkord für das ganze Treffen fest. Es gibt nämlich keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Verpassen wir also die Chance nicht, einen perfekten ersten Eindruck zu machen!

Und wie kommunizieren wir ohne Fauxpas auf dem Business-Markt?

Beim Eintritt in einen ausländischen Markt müssen wir nicht nur Marktlücken entdecken, sondern uns auch mit den kulturellen Tabus bzw. Handelsgebräuchen des betreffenden Landes vertraut machen. Wie sagt man doch so schön: „Andere Länder, andere Sitten.“

In Japan geben sich Geschäftsleute nicht die Hand. Zur Begrüßung machen sie eine tiefe Verbeugung und bei Verhandlungen denken sie lange nach. Die Traditionen spielen in dieser Kultur eine wichtige Rolle; dazu zählen auch das Erklimmen der Karriereleiter und die soziale Stellung älterer Firmenmitglieder. Die Amerikaner richten sich nach dem guten alten Slogan „Zeit ist Geld.“ Sie lieben Pünktlichkeit und vermeiden überflüssige und nichts sagende Gespräche. Die Deutschen sind allgemein für ihre Präzision und ihren Perfektionismus bekannt. Sie halten die Umgangsformen bei Verhandlungen strikt ein und lieben Pünktlichkeit. Die Briten stufen wir bei den konservativen Nationen ein. Sie zeichnen sich durch Diszipliniertheit und Genauigkeit aus. Bei Verhandlungen ziehen sie keine andere Sprache als das Englische in Betracht.

Geschäftsverhandlungen von Italienern und Spaniern sind bis zu einem gewissen Maße laut, lang und gestikulationsreich. Geschäftsverhandlungen zu früher Stunde kommen nicht infrage, und im Sommer muss auch mit einer nachmittäglichen Erholungspause gerechnet werden. Die Franzosen sind harte Geschäftsleute. Das Firmensystem muss funktionieren, und das Gleiche erwarten sie auch von ihren Geschäftspartnern. Mittag- oder Abendessen betrachten sie als Bestandteil der Verhandlungen. Was Franzosen nicht vertragen ist mangelnde Vorbereitung. Wenn Sie auf Verhandlungen nicht vorbereitet sind, wird diese gnadenlos beendet.

Und wie verhält es sich mit den Ländern des Nahen Ostens? Diskutieren Sie mit Menschen aus diesen Ländern auf keinen Fall über Religion, Politik oder Familie. Die Anwesenheit von Frauen bei Verhandlungen ist in kleinen Firmen weder angebracht noch erwünscht. Ihre Bräuche sollten konsequent eingehalten werden, insbesondere was das Verbot des Essens von Schweinefleisch und das Trinken von Alkohol betrifft. In Russland dagegen sollten wir jedoch den angebotenen Wodka auf keinen Fall ablehnen. Das wäre so, als würden wir eine Handreichung ablehnen.

Ob Sie es glauben oder nicht, es gibt viele Dinge, die wir regelmäßig tun und die in anderen Teilen der Welt als Ausdruck der Respektlosigkeit gelten. Auch Singapur ist ein Staat voller Verbote, Anweisungen und Einschränkungen. Essen und Trinken ist nicht nur in der U-Bahn, sondern auch im Bahnhof verboten. Wenn Sie in Saudi-Arabien einen Gefängnisaufenthalt wegen Verletzung des Fastengebots vermeiden wollen, essen Sie im Monat Ramadan nicht in der Öffentlichkeit. Und in manchen Teilen Asiens stellt es eine schwere Beleidigung des Gastgebers dar, vom gedeckten Tisch aufzustehen.