Problematik der Übersetzung von CAD-Schemata

Notebook auf dem Tisch
2. Oktober 2018 / Tetras Translations

Ein Merkmal der DTP-Lokalisierung ist die Arbeit mit einem breiten Softwarespektrum

In unserer Übersetzungsagentur gilt der Grundsatz, dass wir dem Kunden auf dem Gebiet der Softwarebearbeitung so weit wie möglich entgegenkommen. Das bedeutet, kurz gesagt, was der Kunde zur Übersetzung schickt, das bekommt er von uns auch zurück. Dies erfolgt in gleicher Qualität, oft sogar besser (z. B. bei eingescannten, gefaxten oder älteren Dokumenten). In den folgenden Zeilen widmen wir uns der schwierigen Problematik der Übersetzung von CAD-Schemata erstellt wurden.

Die Übersetzung von Dokumenten, die mit einem beliebigen CAD-Programm erstellt wurden, könnte man als den Albtraum jedes DTP-Mitarbeiters, der sich mit Lokalisierung beschäftigt, bezeichnen. Die Erstellung von Dokumenten mit CAD (computer-aided-design) umfasst nämlich, egal ob es sich um Projektierung, Zeichnung oder Modellierung handelt, ein sehr breites Spektrum an Tätigkeiten, verschiedene Arten von Software, Softwareerweiterungen, Plugins, 2D- oder 3D-Grafik, Arbeit mit Objekten, eingebetteten Tabellen, Abbildungen oder Verknüpfungen zu anderen Zeichnungen oder Dokumenten. CAD-Systeme haben mit der klassischen DTP-Software (InDesign, FrameMaker u. Ä.) nicht mehr viel gemeinsam, auch deshalb nicht, weil die Arbeit mit DTP für die Lokalisierung vor allem auf die Formatierung von Texten ausgerichtet ist.

Als größtes Problem betrachten wir den Export des zu übersetzenden Textes auf eine Weise, dass dieser mit dem erforderlichen CAT-Tool bearbeitet werden kann. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, dies zu erreichen, im Laufe der Zeit ist es uns deshalb nur gelungen, ein mehr oder weniger anwendbares Verfahren zu finden – eine große Hilfe ist eine Software, die eine dxf-Datei wörtlich in einen Textteil und einen Datenteil aufsplittet und in der Lage ist, diese Datei nach der Übersetzung wieder zu einer verwendbaren dxf-Datei „zusammenzufügen“. Die Arbeit mit einer solchen txt-Datei (nach dem Export entsteht eine getaggte txt-Datei) ist zwar weiterhin kompliziert und es entsteht eine große Menge „gesperrter“ Segmente. Wegen der Rückkonvertierung dürfen keine Daten (außer der Übersetzung natürlich) geändert oder gar gelöscht werden. Ansonsten würde die Rückkonvertierung nicht funktionieren. Jedoch ist auch dieses Verfahren keine Garantie dafür, dass tatsächlich alle zu übersetzenden Texte „durchgehen“. Somit ist eine Sichtkontrolle des Ausgangstextes und des im Ergebnis entstehenden Textes durch, nichts zu ersetzen.

Andererseits kommen auch umgekehrt Texte durch, die im Schema selbst nicht sichtbar sind und von uns bei unserer Arbeit nicht angerührt werden. Wir könnten diese Texte von dort entfernen. Aber wir befassen uns damit nicht weiter, um nicht die Struktur des Dokuments voll und ganz durcheinander zu bringen (und das wollen wir wirklich nicht). Während des Zeichnens und der Projektierung selbst wird selten damit gerechnet, dass das Dokument irgendwann einmal extern bearbeitet – übersetzt – wird.

DWG/DXF-Dateien sind nämlich oft zu kompliziert und schwierig und das Spektrum der Programme, mit denen sie erstellt wurden, ist zu breit.

Und hier entsteht für uns ein weiteres Problem, das Problem der Kompatibilität. Wie bereits erwähnt, gibt es sehr viele CAD-Programme, hier nur ein paar davon: AutoCAD, ArchiCAD, DraftSight, IntelliCAD, TurboCAD, ZWCAD, CATIA, Solid Edge, OrCAD. Jedes der Programme ist spezifisch und durch irgendetwas einzigartig und es ist klar, dass wir nicht alle diese Programme haben und erst recht nicht Experten für jedes dieser Programme sein können. Marktführer ist auf alle Fälle AutoCAD von der Firma Autodesk. Es ist jedoch auch der Preisführer (wenn die abgespeckte Light-Version nicht berücksichtigt wird). Daher haben wir uns für die Wahl des preislich günstigeren und relativ kompatiblen Programms ZWCAD entschieden. Es ist völlig normal, dass wir selbst nicht feststellen können, in welchem Programm die Quelldatei erstellt wurde, eigentlich wäre das auch überflüssig.

Hinsichtlich aller erwähnten Umstände können wir es nicht vermeiden, Dokumente bei der Bearbeitung oft sogar über Gebühr abzuwandeln und aufzusplitten, um überhaupt an den erforderlichen Text zu gelangen und den gewünschten Effekt zu erreichen. Wir können letztendlich jedoch auch Fälle nicht vermeiden, in denen CAD-Dokumente nicht wie gewünscht bearbeitet werden können. In diesen Fällen ist die Übersetzung des PDF-Dokuments unter der Voraussetzung, dass das PDF-Format als Ergebnisformat für den Kunden akzeptabel ist, eine Alternative. Das setzt die Tatsache voraus, dass der Kunde die Datei nicht weiter bearbeiten und modifizieren muss.